{"id":169,"date":"2016-07-28T16:30:08","date_gmt":"2016-07-28T14:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/imbstudent.donau-uni.ac.at\/isabellgru\/?p=169"},"modified":"2018-05-18T12:22:10","modified_gmt":"2018-05-18T10:22:10","slug":"mediensozialisation-und-online-verhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.isabellgru.eu\/index.php\/2016\/07\/28\/mediensozialisation-und-online-verhalten\/","title":{"rendered":"Mediensozialisation und Online-Verhalten"},"content":{"rendered":"<p>Ich suche gerade nach Wegen, wie ich meine Bachelorarbeit zur ePortfolioarbeit soziologisch &#8220;framen&#8221; kann, also in einem soziologischen Rahmen setzen kann. Es bietet sich an, dies \u00fcber die Sozialisation und gesellschaftlicher Teilhabe zu tun. Dies ist ein Argument jedenfalls f\u00fcr das ePortfolio, wobei hier der Fokus liegt auf dem &#8220;e&#8221;. Hier geht es um Medienkompetenz. Man k\u00f6nnte sich auch \u00fcber digital literacy ann\u00e4hern, aber damit mache ich in weiteres Themengebiet auf.<\/p>\n<p>Besonders hilfreich bei den Recherchen war daf\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.divsi.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DIVSI-U25-Studie.pdf\">DIVSI U25-Studie &#8220;Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der digitalen Welt&#8221;.<\/a><\/p>\n<h3>Sozialisationsprozess und Teilhabe<\/h3>\n<p>Es gibt in dieser Studie ein ganzes Kapitel nur zu Mediensozialisation. S. 13-19<\/p>\n<p>Auf Seite 161 kommt dann noch ein Kapitel zu &#8220;Digitale Teilhabe als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe&#8221;<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, folgende Aspekte interessieren mich besonders wenn ich mir ePortfolioarbeit in der Grundschule ansehe:<\/p>\n<ul>\n<li>Aspekte der Mediensozialisation<\/li>\n<li>F\u00f6rderung und Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe durch Kompetenzerwerb.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8220;Eine Herausforderung f\u00fcr die Medienkompetenzbildung besteht daher darin, neue technische Entwicklungen in den Sozialisationsprozess zu integrieren und jungen Menschen einen sozial verantwortlichen und kompetenten Umgang zu erm\u00f6glichen.&#8221; <a href=\"https:\/\/www.divsi.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DIVSI-U25-Studie.pdf\">(DIVSI U25-Studie, S. 15)<\/a><\/p>\n<p>Eine Problematik dabei ist folgende (ebd, S. 16):<\/p>\n<p>&#8220;Zahlreiche Kompetenzanforderungen liegen gegenw\u00e4rtig im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie, -speicherung, -vermittlung und -verarbeitung. Dieses Wissen wird jedoch heute nicht mehr, wie es f\u00fcr gesellschaftliches Kompetenzwissen \u00fcblich war, von Generation zu Generation weitergegeben.&#8221;<\/p>\n<p>Der Zusammenhang zwischen sozialer Teilhabe, digitaler Teilhabe und Bildungsniveau wird auf s. 99 der DIVSI U25-Studie n\u00e4her beschrieben:<\/p>\n<p>&#8220;Bildungsunterschiede sind auch mit Blick auf die Mediennutzung ein wichtiger Aspekt sozialer Ungleichheit. Die Art und Weise, wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Medien nutzen, steht in engem Zusammenhang mit ihrem formalem Bildungsniveau, das zudem h\u00e4ufig dem der Eltern entspricht. In Zeiten, in denen digitale Teilhabe auch gesellschaftliche und soziale Teilhabe bedeutet, kann dies umso fataler sein. Im Folgenden sollen daher exemplarisch zentrale Dimensionen gesellschaftlicher Teilhabe im Netz beleuchtet werden.&#8221;<\/p>\n<p>Sehr relevant dabei ist auf S. 100 folgender Absatz:<\/p>\n<p>&#8220;Ein Blick auf die genutzten Angebote best\u00e4tigt, dass eine st\u00e4rker unterhaltungs- und kommunikationsgepr\u00e4gte Nutzungsweise bei formal niedriger Gebildeten einer vielf\u00e4ltigeren Nutzungsweise bei den formal h\u00f6her Gebildeten gegen\u00fcbersteht, die das Internet auch als Informationsmedium (im klassischen Sinne) und Bildungsinstrument verstehen. Dieser Befund korrespondiert mit einem jeweils engen bzw. weiter gefassten Bildungsbegriff bei jungen Menschen unterschiedlicher formaler Bildungsniveaus. Der enge Bildungsbegriff der formal niedrig Gebildeten, der Lernen vor allem als curricular, an Schule gebunden und mit messbarem Erfolg in Form von guten Noten begreift, verstellt den Blick auf das Internet als ein Bildungsmedium. D. h. auch bei den formal niedriger gebildeten jungen Menschen ist der Umgang mit dem Internet eine Art des Lernens, jedoch h\u00e4ufig nicht in bewusster Form. Sie nutzen das Internet zwar seltener explizit f\u00fcr Schule, Ausbildung oder Studium, informieren sich auch seltener \u00fcber Politik und Gesellschaft, aber sie nutzen ebenfalls die M\u00f6glichkeiten einer digitalisierten Dienstleistungsgesellschaft und \u00fcben damit wichtige Modi gesellschaftlicher Teilhabe aus. Auch wenn das Internet vorrangig Kommunikations- und Unterhaltungsmedium ist, werden hier auch F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten erworben. Nicht zuletzt wird Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Sicherheit im Umgang mit dem Netz sowie Vertrauen in eine digitalisierte Dienstleistungsgesellschaft ausgebaut. Dies sind wichtige und hilfreiche Voraussetzungen f\u00fcr eine Sicherung sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe in der Zukunft.&#8221;<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass Internet ein Bildungsmedium ist, implizites Lernen findet im Internet statt. Formales Lernen ist nicht alles. Es wird betont, dass formal niedrig gebildete Internet eher als ein Unterhaltungsmedium gesehen wird und Bildung rein als formale Bildung in der Schule, messbar durch Noten gesehen wird.\u00a0Dennoch erwerben sie implizites Wissen durch den Gebrauch des Internets als Kommunikations- und Unterhaltungsmediums. Damit wird die Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Sicherheit im Umgang mit dem Internet gest\u00e4rkt, was auch die gesellschaftliche Teilhabe in der Zukunft sichert.<\/p>\n<p>Wer sich mehr zutraut, der\/die schafft auch mehr.<\/p>\n<p>Interessant ist auch folgender Absatz auf S. 116:<\/p>\n<p>&#8220;Gerade mit zunehmender Verdichtung des Alltags durch neue Aufgaben und ver\u00e4nderte Lebenssituationen (Ausbildung, Arbeit, Studium, neuer Wohnort etc.) entwickelt sich ein immer effizienteres Informationsmanagement. Zu wissen, wann welche Information f\u00fcr wen relevant ist, gilt als Kernkompetenz im Online-Verhalten. Die Regeln f\u00fcr die pers\u00f6nliche Informationspolitik sind ungeschriebene Gesetze, die junge Erwachsene als Selbstverst\u00e4ndlichkeiten betrachten und entsprechend rhetorisch kultivieren.&#8221;<\/p>\n<p>Zu wissen wo man Infos bekommt, wann und f\u00fcr wen diese relevant ist, wird als Kernkompetenz im Online-Verhalten beschrieben.<\/p>\n<p>Unter Schutz der Privatsph\u00e4re sind folgendes Aspekte relevant:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;Zu wissen, was andere von einem wissen (Kenntnis der eigenen Privatsph\u00e4re-Einstellungen)<\/li>\n<li>Effektiv zu verbreiten, was andere von einem wissen sollen (Streuen von relevanten Informationen an entsprechende Verteiler)<\/li>\n<li>Nicht zu verpassen, was man von anderen wissen will (an die pers\u00f6nlich relevanten Informationen wichtiger Kontakte gelangen)&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>(ebd. S 116)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich suche gerade nach Wegen, wie ich meine Bachelorarbeit zur ePortfolioarbeit soziologisch &#8220;framen&#8221; kann, also in einem soziologischen Rahmen setzen kann. 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