Die Rolle von MentorInnen im dualen Studium

ApprEnt Workshop: Häufige Begriffe

ApprEnt Workshop: Häufige Begriffe

Welche Rolle haben MentorInnen? Und wie müssen sie geschult werden, damit sie Lernende im dualen Studium betreuen können? Im dualen Studium gibt es zwei Lernorte: Die Hochschule und das Unternehmen. An beiden Lernorten braucht es MentorInnen, die bei der Theorie-Praxis-Vernetzung helfen können.  Im Rahmen des Projektes #ApprEnt_EU habe ich einen Workshop an der Donau-Universität Krems geplant und durchgeführt. Auch Robert Frasch, Vertreter des Projektpartners Senat der Wirtschaft, hat dabei mitgewirkt, insbesondere um die Untersuchungsperspektive einzubringen. Das Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien ist der Uni-Partner in Österreich und ich bin die zuständige wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt. Mehr zu ApprEnt gibt es auch hier.

In vielen Ländern hat das duale Studium bereits Verbreitung gefunden, wie etwa in Frankreich oder Deutschland (zB. DHBW). Im Rahmen des Workshops haben wir versucht den Begriff des dualen Studiums in Österreich zu klären, das Potential in Österreich zu erkennen und insbesondere die Rolle der MentorInnen zu definieren und entsprechend an einem Trainingkonzept für MentorInnen zu arbeiten.

Knackpunkte

Beim Workshop hat sich herauskristallisiert, dass noch an den folgenden Punkten weiter gearbeitet werden sollte:

  • Was ist die Rolle von MentorInnen im Betrieb und in der Hochschule? Die Rolle kann von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein, abhängig von Größe des Betriebs, Unternehmenskultur, etc.
  • Wer nimmt typischerweise die Rolle des Mentors/der Mentorin ein?
  • Es gibt ganz unterschiedliche Varianten des dualen Studium – sie sind unterschiedlich je nach Branche bzw. Disziplin, unterschiedlich je nachdem ob es Großunternehmen sind oder KMU.

Im Blogpost widme ich diesen Punkten und baue die Erkenntnisse aus dem ApprEnt Workshop ein.

Die Workshopfolien

Wer sind die MentorInnen im Betrieb? Und in der Hochschule?

Je nach Situation, ob Großbetrieb oder KMU gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Mentoring anzubieten. Der betriebliche Kontext und die zeitlichen Ressourcen spielen eine wichtige Rolle. MentorInnen im Betrieb sollten jedenfalls verschiedene Kompetenzen aufweisen: fachlicher Natur, Kommunikationskompetenz und soziale Kompetenz. Die Plattform www.dualstudieren.at hat dazu eine Empfehlung für PraxispartnerInnen im dualen Studium entwickelt. Diese Empfehlungen werden genutzt, um das Trainingprogramm für Mentoring zu ergänzen.

Was ist die Rolle von MentorInnen?

  • MentorInnen im Betrieb sollen Potential von Lernmöglichkeiten im Betrieb identifizieren und mit den intendierten Lernergebnissen des Curriculums abstimmen können.
  • MentorInnen in der Hochschule sollen die Einbindung von praktischen Lernerfahrungen im didaktischen Design fördern.
  • MentorInnen in Betrieb und Hochschule sollen gemeinsam mit den Lernenden eine Lernvereinbarung (bzw. Lernvertrag, eine Liste von individuellen und curricularen Lernergebnissen) entwickeln können.
  • MentorInnen in Betrieb und Hochschule sollen Mentees  im Lernprozess betreuen: Lernprozess beobachten, kriteriengeleitet den Lernfortschritt evaluieren, formatives Feedback geben, zur Reflexion anregen, Verbindung zwischen Theorie- & Praxis anregen, fachlichen Input liefern, Kontakte bzw. Netzwerke für Mentees öffnen

Wem nützt das duale Studium? Kann es schaden?

Wir haben einen "Brainwalk" gemacht und verschiedene Fragen zum Thema Mentoring Training beantwortet

Wir haben einen “Brainwalk” gemacht und verschiedene Fragen zum Thema Mentoring Training beantwortet

In einem früheren Blogpost habe ich aufgeschlüsselt, welche Vorteile das duale Studium für Studierende, Unternehmen und die Hochschule haben kann. Gerade Unternehmen können sich hohe Recruitingkosten sparen. Das duale Studium kann einen ähnlichen Effekt wie etwa externes Consulting erzielen und Innovation & Know-How in den Betrieb bringen. Die Philosophie, wie verschiedene Unternehmen das duale Studium nutzen, ist jedoch sehr unterschiedlich. Bei manchen Unternehmen ist das Studium Teil der Arbeitszeit, in anderen soll dieses zusätzlich zur Teilzeit- oder Vollzeitarbeit absolviert werden, um sich damit Kosten zu sparen. Das geht jedoch auf Kosten der Lebensqualität von Studierenden/ArbeitnehmerInnen.

Einen interessanten Aspekt kann man an dieser Stelle noch hervorheben: Gerade unser Partner in Frankreich, die UBO, hat betont, dass das duale Studium durch die Kombination von Praxis und Theorie eine gute Möglichkeit sein kann, um die Inklusion von Geflüchteten zu fördern!

Aufbau des Mentoring-Trainings

Zur Vorbereitung des Workshops wurden Vorschläge für einen Modulaufbau und zugehörige angestrebte Lernergebnisse formuliert.

  • Modul 1: Einführung zu Mentoring im dualen Studium
  • Modul 2: Den Lernprozess von (dualen) Studierenden verstehen
  • Modul 3: Eine Lernstrategie im Unternehmenskontext planen
  • Modul 4: Den Lernprozess unterstützen
  • Modul 5: Digitale Werkzeuge im Mentoring einsetzen
  • Modul 6: Bewusstseinsbildung fördern
  • Modul 7: Professionelle Weiterentwicklung als MentorIn

Das ganze Dokument mit Module und Lernergebnisse gibt es hier als PDF.

Ergebnisse des Workshops

Die Ergebnisse des Workshops können im Workshop-Padlet, einer digitalen Pinnwand, eingesehen werden. Es ist offen für alle und kann auch nach dem Workshop noch ergänzt werden.

Es wurde klar, dass ein blended learning-Format für das Mentoring-Training optimal wäre. Ein offener Online-Kurs mit Möglichkeit zur Zertifizierung wäre eine praktische Lösung.  Mehr dazu gibt es im Padlet:

Mit Padlet erstellt

 

Fazit zum Workshop

Abschließen kann ich sagen: Es war ein wirklich spannender Workshop mit interessanten Diskussionen und Perspektiven. Etwa 20 Personen haben teilgenommen – sie waren aus unterschiedlichsten Branchen und Disziplinen, aus der Hochschule und aus der Wirtschaft. Es braucht noch mehr Good-Practice Beispiele und konkrete Hinweise zur Umsetzung von dualen Studiengängen. Besonders Netzwerke, Workshops spielen für die weitere Verbreitung eine wichtige Rolle. Es braucht einen ständigen Austausch über die Umsetzung von dualen Studiengängen. Wirtschaft und Bildung haben teilweise unterschiedliche Interessen – hier gilt es durch Diskussion zu einem Ergebnis zu kommen, das sowohl für Universitäten, Studierende und Betriebe zufriedenstellend ist.

Vielen Dank an die Teilnahme und die spannenden Diskussionen an alle, die dabei waren. Auch möchte ich mich bei der Unterstützung unserer AssistentInnen am Department bedanken. Besonderen Dank gilt auch meiner Chefin Andrea Ghoneim, die mich mit Rat und Tat unterstützt hat.

Weitere Infos

Weitere Infos zum ApprEnt-Workshop gibt es auch auf unseren Departments-News! Vielen Dank an Andrea Ghoneim und Wolfgang Rauter für die Erstellung des News-Beitrags!

 

You may also like...

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *